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Fingerstyle-Gitarre
vom Feinsten
GitarreHamburg.de
präsentierte ein Fingerstyle-Wochenende
mit Jacques Stotzem
Auch die zweite
Veranstaltung in der neuen Konzert- und Workshop-Reihe "GitarreHamburg.de
präsentiert", konnte sich wieder über einen guten Zuschauerzuspruch
freuen. Alle, die es am 17. Oktober in die AGMA-Zeitbühne gezogen hatte,
werden diesen Abend wohl noch lange in Erinnerung behalten, wurde ihnen
mit Jacques Stotzem doch einer der derzeit weltweit
beliebtesten Fingerstyle-Gitarristen
geboten. Locker, sympathisch und mit humorvollem Entertainment - mit dem
er seinem Publikum die oftmals außermusikalischen Inhalte seiner
Kompositionen nahe brachte - demonstrierte Stotzem, dass er sich diese
Stellung zu Recht erspielt hat. Wer seine meist ohne Schnitte und
aufwendige Nachbearbeitung produzierten CD-Aufnahmen kennt, der konnte
ahnen, dass dieser Gitarrist auch ein begnadeter Livemusiker sein müsste.
Die mitreißende Performance des Belgiers übertraf aber dennoch alle
Erwartungen.
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Jacques Stotzem in
Aktion |
In
seinem sehr kontrastreichen Programm entführte er seine Zuhörer mal mit
einer sanften Ballade wie "Sur Vesdre" voller nostalgischer Verklärung in
seine belgische Heimat, um es kurz darauf mit auf einen rasanten Taxitrip
durch Belfast zu nehmen. In Stücken wie "Machu Pichu" oder "Jungle"
wartete der Gitarrist mit frappierenden Klangeffekten auf, um dann mit dem
Stück "Gando" einmal mehr unter Beweis zu stellen, dass er als Komponist
auch formal größer angelegte Werke zu schaffen im Stande ist. Auch der
gute alte Ragtime fehlte nicht im Konzerprogramm, handelt sich hierbei
doch um die Musik, die Stotzem einst zur Gitarre brachte.
Immer
wieder steht erfrischender musikalischer Witz im Wechsel mit gefühlvoll
hervorgezauberten Melodien, harmonischen Fortschreitungen, die deutlich
über das Standardrepertoire der meisten Fingerstyler hinausgeht und einem
verblüffenden Feuerwerk an Virtuosität. All das präsentiert Jacques
Stotzem mit einer so selbstverständlichen Leichtigkeit und Spielfreude,
dass es jedem musikbegeisterten Menschen dass Herz höher schlagen lässt.
Jacques Stotzem und die Gitarre, das ist wirklich eine außergewöhnlich
innige Beziehung.
Was für ein genialer
Arrangeur Stotzem ist, zeigte er mit seinen Bearbeitungen des
Beatles-Stücks "Come Together" und mit einer atemberaubenden Soloversion
des Jimi Hendrix-Klassikers "Purple Haze". Dieser Titel ist auch der
Auslöser für Stotzems aktuelles CD-Projekt. Davon überzeugt, dass er
dieses Stück nur im Live-Konzert wirklich authentisch darbieten kann, hat
er sich zur Aufnahme einer Live-CD entschlossen. Im Gegensatz zu den
meisten anderen Live-Mitschnitten, wird dieser Tonträger allerdings nur
neue Kompositionen und Arrangements enthalten. Voraussichtlicher
Erscheinungstermin ist Januar 2004. Vielleicht können sich dann auch
diejenigen, die nicht bei Jacques Stotzems Hamburg-Besuch dabei sein
konnten, von der tollen Stimmung bei diesem Konzert überzeugen. Das
Publikum brachte seine restlose Begeisterung durch nicht enden wollenden
Applaus zum Ausdruck und gönnte dem Gitarristen erst nach vier Zugaben
seinen wohlverdienten Feierabend.
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Erste Versuche mit der
Fingerstyle-Technik |
Auch der folgende
zweitägige Workshop mit Jacques Stotzem sollte für alle Beteiligten zu
einem sehr inspirierenden und motivierenden Erlebnis werden. Zu Beginn
wurden die Teilnehmer in zwei Niveaustufen aufgeteilt. Während sich die
Fortgeschrittenen schon einmal mit den Tabulaturen vertraut machen
konnten, begann Jacques Stotzem mit der Gruppe, die ihre ersten
Gehversuche im Fingerstyle-Bereich unternehmen wollte. Die Kursankündigung
hatte versprochen, dass Kenntnisse der Basisakkorde für eine Teilnahme
ausreichen sollten und Jacques Stotzem hielt dieses Versprechen ein. Zu
Beginn gab er eine kleine Einführung in das Lesen von Tabulaturen, danach
ging es aber sofort zur praktischen Umsetzung der ersten leichten
Basis-Anschlagsmuster. Diese Anschlagspatterns wurden später mit
Akkordverbindungen kombiniert. Auf dieser Basis konnten dann drei sehr
ansprechende Stücke erarbeitet werden. Hierbei handelte es sich um
klangvolle Eigenkompositionen von Stotzem, mit den Titeln "Step by Step",
"Another Blues in E" und "Just Another Blues". Zwischendurch gab Jacques
Stotzem einen Einblick in die Entwicklung der Fingerstyle-Technik, die
ihre Wurzeln im Blues und Ragtime hat, verdeutlichte, warum es so wichtig
ist in kompletten Akkorden zu denken und gab immer wieder hilfreiche
spieltechnische Tipps. Auch wenn die Stücke am Ende des Kurses noch nicht
von allen fehlerfrei beherrscht wurden, so hatten doch alle genug
Kompetenz erlangt, um sich diese Stücke in der Zeit nach dem Kurs selbst
vollständig zu erarbeiten, denn tatsächlich hatten die Teilnehmer am Ende
des Kurses die Grundlagen der Fingerstyle-Technik erfolgreich vermittelt
bekommen.
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Jacques Stotzem mit der
Gruppe der Fortgeschrittenen |
Die Gruppe der
Fortgeschrittenen versuchte sich an dem flotten Stück "Triangle Bermuda
Exit" von Stefan Grossmann sowie der Ballade "For a Friend" von Jacques
Stotzem und bekam dabei einen tiefen Einblick in die musikalische
Arbeitsweise ihres Dozenten. Äußerst genau arbeitet dieser musikalische
Details heraus, verdeutlicht wie wichtig ein guter Fingersatz ist und legt
insbesondere Wert auf eine authentische Wiedergabe der unterschiedlichen
Musikstile. Im Vordergrund von Stotzem Unterricht, steht das Bemühen seine
Schüler zum selbstständigen Arbeiten zu befähigen. Immer wieder versucht
er zu zeigen wie man seine persönlichen Schwierigkeiten eigenständig
erkennen kann und gibt Techniken mit auf den Weg, um an diesen gezielt und
isoliert zu üben. Erstaunlich wie er dabei immer wieder Zeit findet, um
auch auf die einzelnen Kursteilnehmer einzugehen. Hierzu bot auch die
abschließende Fragerunde am Ende des Kurses allen eine gute Gelegenheit.
Danach spielte Jacques Stotzem den Teilnehmern noch einmal alle Stücke
vor, damit diese die Möglichkeit hatten Audio- und Videomitschnitte zu
machen.
Der ganze Kurs fand
wieder in einer angenehm entspannten, aber sehr konzentrierten Atmosphäre
ab. Neben den intensiven Unterrichtseinheiten, fand sich immer noch genug
Zeit um beim Kaffee und dem gemeinsamen Mittagsessen zu Fachsimpeln und
Kontakte zu knüpfen, oder die Stahlsaitengitarren des Hamburger
Gitarrenbauers Hanno Kiel auszuprobieren.
Im Nachhinein gab es noch
erfreulich viel positive Resonanz der Teilnehmer und Konzertbesucher, die
nicht nur mündlich, sondern auch durch diverse Emailzuschriften geäußert
wurde. Meist mit der bitte verknüpft, auch im nächsten Jahr wieder
Konzerte und Workshops anzubieten. Diesem Wunsch kommt GitarreHamburg.de
gerne nach. Die Planungen für das Jahr 2004 sind im vollen Gange.
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Das Publikum lauscht
gebannt |
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