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Heiko
Ossig und das Leopold Quartett
Hamburgs
Gitarrenszene zog es am Abend
des 27.Januar in die
Frustbergstrasse. Das Publikum
strömte so zahlreich, dass die
Zuhörer im Stavenhagenhaus auch
auf Treppe und Fußboden Platz
nehmen mussten. Das lag mit
Sicherheit nicht daran, dass der
Eintritt zum abendlichen
Examenskonzert mit Heiko Ossig
frei war, denn als Gitarrist hat
sich Ossig in den letzten Jahren
nicht nur in Hamburg einen
erstklassigen Ruf erarbeitet. So
trat er in der Vergangenheit als
Solist mit verschiedenen
Orchestern und Kammerchören in
Erscheinung. Hierbei arbeitete
er unter anderem mit dem
Harvestehuder Kammerchor und
Dirigenten wie Prof. Giesela
Jahn, Claus Bantzer, Marius
Stieghorst und Prof. Cornelius
Trantow zusammen.
Für
den ersten Prüfungsteil seines
Konzertexamens hatte sich der
gebürtige Osnabrücker das
Leopold-Quartett aus seiner
Heimatstadt an seine Seite
geholt und diese erwiesen sich
schon beim ersten Programmteil,
dem Quintett op. 143 von Mario
Castelnuovo-Tedesco als
hervorragende Musizierpartner.
Das 1950 komponierte und Andres
Segovia gewidmete Werk wird
gemeinhin als das zentrale Werk
der Gitarrenkammermusik Tedescos
bezeichnet. Mit ansteckender
Spielfreude gelang es dem
Leopold-Quartett schnell, den
Ernst der Prüfungssituation in
den Hintergrund treten zu
lassen. Souverän füllte Heiko
Ossig den Part des Solisten aus
und überzeugte durch
Gestaltungskraft und
einwandfreie technische
Beherrschung des komplexen
Werkes. Ob sensibel und zart
oder druckvoll und energisch,
mit ihrer kontrastreichen
Ausdruckspalette gelang es den
Musikern stets, die
musikalischen Charaktere der
Komposition gefühlvoll
nachzuzeichnen. Hier dürfte
sich auch Ossigs intensive
Auseinandersetzung mit dem Werk
Mario Castelnuovo-Tedesco
niedergeschlagen haben, in
seinen aktuellen Programmen
finden sich u.a. die Elegie „Platero
y Yo“ und das Stück „Romancero
Gitano“.
Dann
überließ Ossig dem Leopold
Quartett die Bühne. Andreas
Szlachcic(Violine), Matthias Göring
(Violine), Winfried Jochemczyk
(Viola) und Stefan Mertin
(Violoncello) boten auch mit dem
Streichquartett Nr. 1 op. 5 von
Darius Milhaud eine
beeindruckende musikalische
Leistung.
Die
zweite Hälfte des Konzerts trug
den Titel „From Yesterday to
Penny Lane - seven songs after
The Beatles“ (für Gitarre und
Streichquartett). Wer nun
erwartet hatte zu Popmusikern
mutierte klassische Interpreten
beim Zelebrieren von Stücken
wie „She`s leaving home“,
„A ticket to ride“, „Here,
there and erverywhere“, „Yesterday“,
“Got to get you into my
life”, “Eleanor Rigby”,
und "Penny Lane“ zu
erleben sah sich getäuscht.
Denn Leo Brouwers Bearbeitungen
sind weniger Arrangements als
neue eigenständige
Kompositionen. Das melodische
Material John Lennons und Paul
McCartneys hat er zu Werken
geformt, in denen die
Leichtigkeit der Popmusik mit
einer modernen klassischen
Tonsprache verschmelzen. In
diesem Sinne, ohne klischeehafte
Popmusikerattitüde, wurde das
Werk auch von den fünf Musikern
interpretiert.
Das
Publikum dankte mit
begeistertem Applaus für
einen tollen Konzertabend und
bekam von Heiko Ossig als
Zugabe ein weiteres Stück aus
der Feder von John Lennon
(Bearbeitung Göran Sölscher)
mit auf den Heimweg.
Mehr
Informationen und Hörbeispiele gibt es auf der
Web-Site von Heiko Ossig:
www.heikoossig.de
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