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Gitarristen
müssen sich den Zugang zur Harmonielehre meist über das Klavier
erarbeiten. Der vorliegende Lehrgang bietet hierzu eine echte
Alternative, da er die Grundlagen der Harmonielehre anhand der Gitarre
erklärt. Dies ermöglicht einen ganz anderen Zugang zum Instrument und
seiner Literatur.
Mit
allgemeinverständlichem Vokabular führen die Autoren Fred Harz und Karl
Bruckner den Leser schrittweise an die Fachbegriffe der funktionalen
Harmonielehre heran. In sechzehn Abschnitten werden die Intervalle, Dreiklänge,
Septakkorde und ihre Umkehrungen, der Quintenzirkel, Stimmführungsregeln,
Zwischendominanten, Modulationen usw. behandelt. Begriffe wie
Vorhalt, Wechselnote, Orgelpunkt, Quart-Sextakkord, Sixt ajoutée,
Neapolitanischer Sextakkord, Seitendominante u.a. werden dem aufmerksamen
Leser nach dem Durcharbeiten dieses Buches kein Rätsel mehr sein.
Dafür
sorgen auch die Übungsaufgaben, die jeweils am Ende eines Abschnitts zu
finden sind. Im beiliegenden Ergänzungsheft kann man seine Ergebnisse überprüfen.
Die
Aufgaben und Notenbeispiele stammen aus dem klassischen Repertoire der
Gitarre oder wurden extra für dieses Buch angefertigt. Erfrischend ist
hierbei die gemischte Literaturauswahl (Blues, Latin, Klassik,
Spiritual), in der die Stilvielfalt der Gitarre berücksichtigt wird. Am
Ende des Buches geben die Autoren in der sogenannten "Jazz
Infothek" zudem einen kleinen Einblick in die Harmonik des Jazz.
Das
Arbeiten mit der im Lieferumfang enthaltenen Audio-CD erleichtert das
Ineinandergreifen von Höreindruck und theoretischem Wissen.
Wer
das Buch schrittweise durcharbeitet, wird danach sicher dazu befähigt
sein, die harmonischen Zusammenhänge eines Stückes zu analysieren. Zudem
erhält der Leser einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten des
Arrangierens. Besonders anschaulich sind hier die Beispiele, in denen eine
und dieselbe Melodie auf ganz unterschiedliche Weise bearbeitet wird.
Wünschenswert
wäre etwas mehr Melodieanalyse gewesen, auf deren Basis das Harmonisieren
einstimmiger Melodien möglich wäre. Vielen GitarristInnen geht es in
erster Linie darum, Liedern die richtigen Akkorde zuordnen zu können. Das
hätte aber wahrscheinlich den Umfang des Buches gesprengt und ist möglicherweise
ein schöner Inhalt für einen Folgeband.
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