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Geschichte, Darstellungsvielfalt und Schwierigkeiten
für die Griffbildgestaltung, 420 Seiten, gebunden
Aus dem Schweizer KaNo-Verlag kommt eine umfangreiche wissenschaftliche Arbeit
über Griffbilddarstellungen für die Gitarre. Der Autor Richard Kronig hat sich
der historischen Entwicklung, den diversen unterschiedlichen
Abbildungsvarianten und den nicht zuletzt daraus resultierenden Problemen
gewidmet. Kroning, der u.a. als Dozent für Gitarre an der Pädagogischen
Hochschule St. Gallen lehrt, kam selbst über das Begleiten von populären
Liedern zur Gitarre. Bis heute ließ ihn die Auseinandersetzung mit der
Liedbegleitung in seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer und Kursleiter nicht
los, so dass die Idee zu der vorliegenden Arbeit auch aus der Praxis geboren
wurde. Denn genau hier wird in erster Linie mit schematisierten
Griffbilddarstellungen gearbeitet, die, wie der Autor aufzeigt, in nicht
geringem Maße Einfluss auf den Lernerfolg und das Lerntempo nehmen können.
Nach einem kurzen Vorwort, einer Darstellung des
Instruments und seiner Einzelteile sowie einem kleinen Glossar, in dem die
wichtigsten Fachbegriffe erläutert werden, gibt der Autor im zweiten Kapitel
einen umfassenden Einblick in die lange Geschichte der Akkordbegleitung und
die damit einhergehende historische Entwicklung der Griffbilder für Gitarre.
An zahlreichen Beispielen - angefangen bei der kurz vor 1600 erschienen
Gitarrenschule von Juan Carlos Amat bis hin zum "Siegeszug des Griffbildes im
20. Jahrhundert" - zeigt Richard Kronig die spezifischen Besonderheiten der
einzelnen Darstellungsformen auf und stellt sie in den allgemeinen
musikhistorischen Kontext. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass dem Griffbild
in der modernen Sekundärliteratur so gut wie keine Beachtung geschenkt wird.
Dementsprechend ist die Arbeit vorrangig den Griffbildern des 20. Jahrhunderts
gewidmet.
Im folgenden Abschnitt stellt der Autor detailliert eine
Vielzahl verschiedener Griffbilder aus der Gitarrenliteratur vor und erläutert
die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Darstellungsformen aus
methodisch-didaktischer und teilweise auch lernpsychologischer Sicht. Am Ende
des Kapitels weist der Autor auf die Problematik dieser unglaublich großen
Vielfalt an Varianten hin, die nicht zuletzt den Nachteil mangelnder
Kompatibilität in sich birgt.
Auf Basis der vorangegangenen Analysen und langjähriger
Unterrichtserfahrung werden im letzten Hauptkapitel interessante Vorschläge um
für die Zukunft eine praktikable und einheitliche Darstellungsform von
Griffbildern zu entwickeln und formuliert zudem Kriterien für deren
Erstellung.
Kronigs Arbeit verdeutlicht insbesondere wie selten
Herausgeber von Gitarrenliteratur die Wichtigkeit einer sinnvollen Darstellung
von Griffbildern berücksichtigen. Dabei kann eine schlechte Darstellung den
Lernerfolg unnötig erschweren und zu vermeidbaren Frustrationen führen.
Kronigs Ausführungen sind mehr als wertvolle Vorschläge für die Zukunft.
Insbesondere Verlage und Herausgeber sollten sich vor Drucklegung neuer
Publikationen die Ergebnisse dieser wissenschaftlich fundierten Arbeit zu
Nutze machen.
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