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Mit dem vorliegenden dreibändigen
Lehrwerk "Ich spiele Gitarre!" verfolgt der Autor Aike Jordans ein sehr
lobenswertes Ziel. Er möchte den Schülern nicht nur das Notenlesen und die
rudimentären Spieltechniken vermitteln, sondern gleichzeitig auch in die
theoretischen Zusammenhänge, das Komponieren und Improvisieren sowie das
Akkordspiel einführen.
Grundsätzlich folgt auch "Ich spiele
Gitarre!" eher dem traditionellen Aufbau, wie er schon aus vielen
Gitarrenschulen bekannt ist. Nach kurzen Erläuterungen zum Instrument, der
Haltung, den Fingerbezeichnungen und der Grundhaltung der rechten Hand folgen
die ersten Wechselschlagübungen. Kombinationen, die vom Autor vorgeschlagen
werden, sind z.B. im, ma, ia, ima, ami, imam, imia, amai.
So präpariert werden dann - anhand der
ersten Leersaitenübungen auf der g-Saite - die ersten Versuche im Notenlesen
unternommen. Schrittweise werden darauf in den drei Bänden die Töne in
der ersten Lage erarbeitet. Dies geschieht mit Hilfe von insgesamt 124
Liedern, die zum großen Teil aus dem bekannten Fundus des traditionellen
Repertoires stammen. Auch Töne mit Vorzeichen werden in das Notenlesen mit
einbezogen. Es wird durchweg ausschließlich einstimmig gespielt.
Von Beginn an steht auch
das Akkordspiel mit auf dem Lehrplan von
Aike Jordans Gitarrenschule. Dabei geht er
recht forsch vor und führt als ersten Griff den - wegen der für Anfänger großen
Fingerspreizung - eher unbeliebten G-Dur Akkord ein. Der erste zu
erlernende Wechsel ist dann auch schon der zwischen C-Dur und G-Dur. Wer alle
drei Bände durchgearbeitet hat, wird dabei sieben verschiedenen Griffe kennen
lernen. Angeschlagen werden diese generell, indem der Daumen die Saiten von der
tiefen zur hohen E-Saite durchstreicht. Das Akkordspiel dient in "Ich spiele
Gitarre!" ausschließlich der Begleitung von Improvisationsübungen und
dergleichen. Für die Liedbegleitung werden die Akkorde nicht eingesetzt.
Es gilt auch bei diesem Lehrwerk wieder
einmal der Grundsatz "Eine Gitarrenschule ist nur so gut, wie der Lehrer, der
sie benutzt." Beim Lernen mit "Ich spiele Gitarre" ist die Hilfe eines Lehrers
eine unabdingbare Vorraussetzung. Ohne vorrausschauende Arbeitsweise und das
Einbeziehen von vorbereitenden Übungen, um allzu große Klippen zu umschiffen,
lässt sich mit diesem Heft im Anfangsunterricht nicht wirklich gut arbeiten.
Der Verlag empfiehlt "Ich spiele
Gitarre" als "... eine neuartige Schule für Anfänger auf der Gitarre...."
, aber was ist denn nun wirklich neu an dieser Gitarrenschule?
Da ist zum einen das Thema Komposition.
Selbstverständlich werden Schüler durch diese Gitarrenschule nicht wirklich zu
Komponisten, erhalten aber einen Einblick in dieses Thema und können ihre
erworbenen ersten Theoriekenntnisse praktisch anwenden. Auch die Improvisation
ist ein sonst eher selten behandelter Lerninhalt. Für die Improvisationsübungen
wird grundsätzlich ein sehr überschaubares Tonmaterial von nicht mehr als vier
Tönen ausgewählt. Darüber hinaus bringt Jordans mit
kleinen Spielen, Rätseln und Gehörübungen etwas Abwechslung in den
Lernalltag.
Bei "Ich spiele Gitarre!" handelt es
sich um eine durchaus solide Gitarrenschule, die allerdings nicht so viele
Innovationen bringt, wie versprochen wird. Auch die genannte Zielgruppe ist eher
auf Jugendliche und Erwachsene einzugrenzen. Die Erklärungstexte versuchen sich
zwar einer kindgerechten Sprachweise anzupassen, inhaltlich verlangen sie aber
dennoch oft schon viel Abstraktionsvermögen. Auch schematische Darstellungen,
wie z.B. der Tonleiteraufbau, sind für Kinder sicher nicht immer auf Anhieb
durchschaubar.
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